2015, was für ein Jahr! Es ist kurz vor Weihnachten, und in unserer Redaktion laufen die letzten Planungen für den bevorstehenden Chaos Communication Congress. Wir werden natürlich umfangreich berichten. In unserer Serie #Netzrückblick haben wir in den vergangenen Wochen auf zahlreiche Debatten und Ereignisse des vergangenen Jahres zurückgeblickt. Nicht nur der direkte Angriff auf unsere Arbeit und unsere Informanten durch Ermittlungen wegen #Landesverrats hat uns beschäftigt.
Wir saßen in genau jeder öffentlichen Sitzung des Geheimdienst-Untersuchungsausschuss und haben die Verhöre ausführlich protokolliert und auch kommentiert. Wir haben alle zentralen netzpolitischen Debatten journalistisch begleitet, von der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung über die EU-Datenschutzreform bis zum Einstieg in den Ausstieg aus der Netzneutralität. Und zwar nicht nur nach der Entscheidung, sondern die ganze Zeit. Und wir haben Interviews geführt, Gastbeiträge eingeworben, Bücher besprochen, die Urheberrechtsdiskussion mitverfolgt und viele weitere netzpolitische Diskussionen im In- und Ausland abgebildet.
Im vergangenen Jahr konnten wir als Redaktion leicht wachsen und werden mehr gelesen. Das ist auch allen unseren Leserinnen und Lesern zu verdanken, die uns mit einer Spende im Rahmen unserer freiwilligen Leserfinanzierung unterstützen. Das ermöglicht uns einen langen Atem sowie die nötige Unabhängigkeit, um kritisch über viele wichtige Themen berichten zu können. Und wir haben noch viel vor. Wir wollen journalistisch noch mehr Debatten begleiten: vor allem die netzpolitischen Debatten, die gerade noch keine großen Schlagzeilen machen, aber unser zukünftiges digitales Leben bestimmen werden.
Gleichzeitig denken wir über eine neue Organisationsstruktur für netzpolitik.org und unsere Redaktion nach und werden Pläne im ersten Halbjahr 2016 verwirklichen, damit wir noch schlagkräftiger handeln und auch noch transparenter werden können.
Vor einem Jahr haben wir mal aufgeschrieben, was eine Stunde unserer Arbeit kostet. Uns liegen die aktuellen Zahlen noch nicht vor, wir gehen aber davon aus, dass die Kosten ähnlich geblieben sind. Für das Frühjahr planen wir wieder einen großen Transparenzbericht, um alle Einnahmen und Ausgaben offenzulegen.
Fünf Gründe, um unsere Arbeit finanziell zu unterstützen
1. Wir reden nicht nur, was man mal tun sollte. Wir tun etwas, seit über elf Jahren. Mit Leidenschaft, zu wenig Geld und derzeit viereinhalb festen Stellen. Und mit einem großen und vielfältigen Netzwerk um uns herum – deutschlandweit und international.
2. Wir sind der zentrale Ort für die netzpolitische Debatte im deutschsprachigen Raum. Ob Politiker, Journalistin, Aktivist, Verfassungsschutz-Präsident oder BND-Mitarbeiterin – an netzpolitik.org kommt keiner vorbei.
3. Wir sind ein Frühwarnsystem. Wer netzpolitik.org liest, weiß, was in der Zukunft debattiert wird. ACTA, Vorratsdatenspeicherung, Totalüberwachung durch Geheimdienste, Netzneutralität, Urheberrechte oder Netzsperren sind dabei nur einige Themen, die wir schon von Beginn an begleitet haben und auch weiterhin genau beobachten werden.
4. Wir sagen nicht, dass wir neutral sind. Wir haben Haltung, berichten journalistisch und faktentreu, immer mit Blick auf digitale Grundrechte, ein offenes Netz und das Gemeinwohl.
5. Unsere Wurzeln liegen im Netz: Wir sind offen, wir verlinken unsere Quellen, wir kommunizieren auf Augenhöhe, wir sagen unsere Meinung. Wir experimentieren, reflektieren transparent und stehen im ständigen Dialog mit unserer Community. Wir probieren neue Formate aus, das wollen wir 2016 noch stärker versuchen. Und uns liegen Dokumente nicht nur vor, wir veröffentlichen sie in der Regel auch. Denn die Leserinnen und Leser haben ein Recht darauf, sich selbst ein Bild zu machen. Dafür stehen wir ein. Und wir kämpfen, wenn deswegen wegen Landesverrat gegen uns ermittelt wird.
Außerdem entscheiden Politiker wie Cyberkommissar Günther Oettinger und unsere drei Internetminister Alexander Dobrindt, Thomas de Maiziere und Sigmar Gabriel über netzpolitische Themen. Deshalb braucht es mehr netzpolitik.org.
Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende, damit wir 2016 noch schlagkräftiger für Deine und unsere Rechte kämpfen können. Der Netzpolitik e. V. ist gemeinnützig, Spenden können von der Steuer abgesetzt werden.
Und hier gibt es noch zwei kleine Videos mit Begründungen, warum eine Spende unserer Arbeit eine gute Investition ist.
Wir haben einen langen Atem und können noch viel mehr.
Fight for your digital rights!
